Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die im Kieferknochen einheilt und danach eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese fest trägt. In unserer Zahnarztpraxis in Küsnacht planen wir jede Implantation digital mit 3D-Röntgen und Intraoralscan und setzen Implantate der Schweizer Hersteller Straumann und Thommen. Ob ein Implantat für Sie die richtige Lösung ist, klären wir in einer persönlichen Beratung.
Für die chirurgischen Schritte arbeiten wir mit Dr. Sofia Maria Belouka, Fachzahnärztin für Oralchirurgie und Implantologin, zusammen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie ein Implantat aufgebaut ist, welche Varianten es gibt, welche Alternativen bestehen und wie die Behandlung bei uns abläuft.
Was ist ein Zahnimplantat und für wen eignet es sich?
Aufbau und Material
Ein Implantat besteht in der Regel aus drei Teilen: dem Implantatkörper, der im Kieferknochen verankert wird, dem Verbindungsstück (Abutment) und der sichtbaren Krone. Nach dem Einsetzen verwächst der Knochen mit der Oberfläche des Implantats. Diesen Vorgang nennt man Osseointegration.
Die meisten Implantate bestehen aus Titan oder einer Titanlegierung. Titan ist seit Jahrzehnten bewährt und wird vom Körper in aller Regel sehr gut vertragen; echte Titanallergien sind selten. Wer eine metallfreie Lösung wünscht, kann mit uns über Keramikimplantate aus Zirkondioxid sprechen. Welches Material zu Ihnen passt, entscheiden wir gemeinsam und in Ruhe vor dem Eingriff.
Voraussetzungen: Knochen, Zahnfleisch und Gesundheit
Damit ein Implantat stabil einheilt, braucht es genügend Kieferknochen und ein entzündungsfreies Zahnfleisch. Eine bestehende Parodontitis behandeln wir deshalb vor der Implantation. Ist zu wenig Knochen vorhanden, kann ein Knochenaufbau oder im Oberkiefer ein Sinuslift nötig sein. Das verlängert die Behandlung, macht ein Implantat aber oft erst möglich.
Auch allgemeine Faktoren spielen eine Rolle: Rauchen, ein schlecht eingestellter Diabetes oder bestimmte Medikamente können die Heilung erschweren. Bei Jugendlichen setzen wir Implantate erst, wenn das Kieferwachstum abgeschlossen ist. Eine obere Altersgrenze gibt es dagegen nicht.
Implantatarten und Versorgungen
Implantat ist nicht gleich Implantat. Je nach Anzahl der fehlenden Zähne, Knochenangebot und Ihren Wünschen kommen unterschiedliche Lösungen in Frage. [PRÜFEN: welche der folgenden Varianten aktuell angeboten werden]
Sofortimplantat
Beim Sofortimplantat wird das Implantat direkt nach dem Ziehen eines Zahnes in dieselbe Stelle gesetzt. Das spart einen Eingriff und Zeit, setzt aber gesunden Knochen und entzündungsfreies Gewebe voraus. Ist das nicht gegeben, wartet man einige Wochen bis Monate, bis die Wunde verheilt ist. Mehr dazu im Ratgeber zum Sofortimplantat und seinen Voraussetzungen.
Implantatbrücke
Fehlen mehrere Zähne nebeneinander, kann eine Brücke auf zwei oder mehr Implantaten sitzen. Die gesunden Nachbarzähne müssen dafür nicht beschliffen werden. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zur Implantatbrücke als fester Zahnersatz.
Mini-Implantate
Mini-Implantate haben einen deutlich kleineren Durchmesser als herkömmliche Implantate. Sie werden vor allem eingesetzt, um eine Prothese zu stabilisieren, wenn der Kiefer schmal ist. Für einzelne Zähne mit hoher Kaubelastung sind sie meist weniger geeignet. Details finden Sie im Artikel über Mini-Implantate.
Keramikimplantate
Keramikimplantate aus Zirkondioxid sind metallfrei und zahnfarben, was bei dünnem Zahnfleisch im Frontbereich ein Vorteil sein kann. Sie sind jedoch weniger lange klinisch erprobt als Titan und nicht für jede Situation geeignet. Mehr dazu im Ratgeber Keramikimplantate: die metallfreie Lösung.
Alternativen zum Implantat
Ein Implantat ist nicht die einzige Möglichkeit, eine Lücke zu schliessen. Eine klassische Brücke stützt sich auf die Nachbarzähne, die dafür beschliffen werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn diese ohnehin Kronen brauchen. Mehr über Zahnkronen und Brücken aus Zirkon oder e.max erfahren Sie auf unserer Seite dazu.
Wenn viele oder alle Zähne fehlen, kommen auch herausnehmbare Teil- oder Vollprothesen in Frage. Sie sind weniger aufwendig, sitzen aber nicht so fest wie implantatgetragener Ersatz. Einen fairen Vergleich beider festen Lösungen finden Sie im Ratgeber Zahnimplantat oder Brücke.
So gehen wir in unserer Praxis vor
Unser Behandlungskonzept beruht auf einem vollständig digitalen Ablauf. Wir verwenden Implantate von Straumann und Thommen. [PRÜFEN: CAMLOG noch im Einsatz?] Die Planung erfolgt am Computer, bevor der eigentliche Eingriff beginnt.
- Beratung und Befund: Wir untersuchen Zähne, Zahnfleisch und Knochen, besprechen Ihre Wünsche und zeigen Ihnen auch Alternativen auf.
- 3D-Planung: Mit einer dreidimensionalen Röntgenaufnahme (DVT) und einem intraoralen Scan planen wir Position, Länge und Winkel des Implantats. Mehr zu unseren Geräten auf der Seite Röntgentechnologie in unserer Praxis.
- Navigierte Implantation: Das Implantat wird nach dieser Planung gesetzt [PRÜFEN: mit Bohrschablone oder dynamischer Navigation?], meist unter örtlicher Betäubung. Oft genügt ein kleiner, minimal-invasiver Zugang. Wie die 3D-Implantologie mit virtueller Planung funktioniert, erklärt ein eigener Beitrag.
- Einheilung: Das Implantat verwächst in der Regel innerhalb von mehreren Wochen bis einigen Monaten mit dem Knochen, nach einem Knochenaufbau dauert es länger. [PRÜFEN: typische Einheilzeit] In dieser Zeit erhalten Sie bei Bedarf ein Provisorium.
- Definitive Versorgung: Nach der Einheilung fertigen wir die Krone, Brücke oder Prothese an und setzen sie ein. [PRÜFEN: Material und Labor der Implantatkronen]
Nach dem Eingriff: Heilung und Pflege
In den ersten Tagen sind eine leichte Schwellung und ein Druckgefühl normal. Kühlen, körperliche Schonung und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol unterstützen die Heilung. Wir geben Ihnen nach dem Eingriff genaue Anweisungen mit und sehen Sie zur Kontrolle wieder.
Langfristig ist die Pflege entscheidend. Ein Implantat kann keine Karies bekommen, doch Beläge können eine Entzündung des umliegenden Gewebes auslösen (Periimplantitis), die im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantats führt. Gründliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume und regelmässige Kontrollen mit professioneller Zahnreinigung in unserer Praxis beugen dem vor.
Was kostet ein Zahnimplantat?
Die Kosten hängen davon ab, wie viele Implantate nötig sind, ob ein Knochenaufbau erforderlich ist und welche Versorgung darauf kommt. Deshalb erhalten Sie von uns vor der Behandlung einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Wie sich die Kosten zusammensetzen, erklärt unser Ratgeber zu Kosten, Material und Ablauf beim Zahnimplantat. Unsere Tarife finden Sie unter Taxpunktwerte.
Die obligatorische Grundversicherung übernimmt Zahnbehandlungen nur in Ausnahmefällen, etwa nach einem Unfall oder bei bestimmten schweren Erkrankungen. Ob eine Zusatzversicherung einen Teil trägt, hängt von Ihrem Vertrag ab.
Häufige Fragen
Tut das Setzen eines Implantats weh?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass Sie dabei in der Regel nichts spüren. Danach können für einige Tage Schmerzen oder Schwellungen auftreten, die sich meist mit gewöhnlichen Schmerzmitteln gut behandeln lassen. Wenn Sie Angst vor der Behandlung haben, sprechen Sie uns darauf an. [PRÜFEN: Lachgas bei Implantationen möglich?]
Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Bei guter Mundhygiene und regelmässigen Kontrollen können Implantate viele Jahre halten. Eine Garantie auf lebenslange Haltbarkeit gibt es nicht: Rauchen, Parodontitis und mangelnde Pflege erhöhen das Risiko für Komplikationen.
Gibt es Zahnimplantate ohne Metall?
Ja, Keramikimplantate aus Zirkondioxid sind metallfrei. Sie eignen sich aber nicht für jede Ausgangslage. Ob sie für Sie in Frage kommen, prüfen wir bei der Beratung.
Kann ich während der Einheilzeit normal essen?
In den ersten Tagen empfehlen wir weiche Kost und kauen auf der anderen Seite. Wie stark das Implantat danach belastet werden darf, hängt von Ihrer Situation ab. Wir besprechen das individuell mit Ihnen.
Möchten Sie wissen, ob ein Implantat für Sie in Frage kommt? Vereinbaren Sie online einen Beratungstermin in unserer Praxis an der Seestrasse in Küsnacht.