Eine Wurzelbehandlung ist nötig, wenn das Innere eines Zahns, das Zahnmark (Pulpa), entzündet oder abgestorben ist. Dabei wird das erkrankte Gewebe aus den Wurzelkanälen entfernt, die Kanäle werden gereinigt, desinfiziert und dicht gefüllt. Ziel ist es, den eigenen Zahn zu erhalten, statt ihn ziehen zu müssen. Dank örtlicher Betäubung verläuft die Behandlung in der Regel nicht schmerzhafter als eine grössere Füllung.
In unserer Zahnarztpraxis in Küsnacht bei Zürich arbeiten wir dafür mit dem maschinellen Reciproc-System und, wenn nötig, mit 3D-Röntgenbildern. Auf dieser Seite erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass eine Wurzelbehandlung nötig sein kann, wie sie abläuft, was Sie danach beachten sollten und welche Alternativen es gibt.
Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?
Im Inneren jedes Zahns liegt das Zahnmark mit Nerven und Blutgefässen. Häufigste Ursache für eine Entzündung ist tiefe Karies: Ist das Dentin, die Schicht unter dem Zahnschmelz, stark geschädigt, gelangen Bakterien bis zum Nerv. Auch tiefe Füllungen, Risse im Zahn oder ein Unfall können das Zahnmark schädigen.
Typische Symptome sind:
- starke oder pochende Zahnschmerzen, oft auch nachts
- Schmerzen beim Kauen oder beim Draufbeissen
- anhaltende Empfindlichkeit auf Wärme oder Kälte
- ein Druckgefühl im Zahn oder im Kiefer
- Schwellungen am Zahnfleisch oder an der Wange
- eine Verfärbung des Zahns
Nicht immer tut ein betroffener Zahn weh. Ein abgestorbener Nerv kann auch ohne Beschwerden bleiben und erst auf dem Röntgenbild auffallen. Umgekehrt bedeutet nicht jeder Zahnschmerz eine Wurzelbehandlung. Klarheit bringt erst die Untersuchung.
Ablauf einer Wurzelbehandlung
Je nach Ausgangslage erfolgt die Behandlung in einer oder mehreren Sitzungen. Die wichtigsten Schritte:
- Diagnose: Untersuchung und Röntgenbild, um Zustand und Verlauf der Wurzelkanäle zu beurteilen.
- Betäubung: Der Zahn wird örtlich betäubt.
- Zugang und Reinigung: Der Zahn wird geöffnet, das entzündete Gewebe entfernt und die Kanäle werden mit feinen Instrumenten erweitert und gespült.
- Füllung: Die gereinigten Kanäle werden mit Guttapercha, einem gummiartigen Material, dicht verschlossen.
- Verschluss und Aufbau: Der Zahn erhält eine Füllung. Je nach verbleibender Zahnsubstanz kann ein Stift und später eine Krone nötig sein.
Ist das Gewebe um die Wurzelspitze bereits stark entzündet, kann zusätzlich ein Antibiotikum nötig sein. Das entscheiden wir im Einzelfall.
Reciproc-System und 3D-Röntgen
Für die Aufbereitung der Wurzelkanäle verwenden wir das Reciproc-System. Die Instrumente werden maschinell in einer hin- und herschwingenden Bewegung geführt. Das erlaubt eine gründliche Reinigung, passt sich dem Verlauf des Kanals gut an und kommt mit wenigen Instrumenten aus. Für Sie bedeutet das in der Regel eine kürzere Zeit mit geöffnetem Mund.
Wurzelkanäle sind oft gekrümmt oder verzweigt. Wo ein normales Röntgenbild nicht ausreicht, nutzen wir die digitale Volumentomographie (DVT), also ein dreidimensionales Röntgenbild. Damit lassen sich die Kanäle genauer lokalisieren und Entzündungen an der Wurzelspitze besser beurteilen. Welche Geräte wir einsetzen, lesen Sie auf der Seite zur Röntgentechnologie in unserer Praxis.
Risiken und Grenzen
Wie jeder Eingriff hat auch eine Wurzelbehandlung Risiken. Wir besprechen diese vorab mit Ihnen. Möglich sind:
- Beschwerden am behandelten Zahn oder an der Einstichstelle der Betäubung in den Tagen danach
- Schmerzen, wenn Füllmaterial über die Wurzelspitze hinaus gelangt
- eine erneute Entzündung, zum Beispiel wenn Bakterien in schwer erreichbaren Seitenkanälen verbleiben
- ein Bruch des Zahns, weil wurzelbehandelte Zähne spröder werden
Eine Wurzelbehandlung erhöht die Chance, einen Zahn zu erhalten, kann dies aber nicht garantieren. Manchmal ist eine zweite Behandlung (Revision) nötig, und in einzelnen Fällen muss der Zahn trotzdem entfernt werden.
Die Alternative zur Wurzelbehandlung ist das Ziehen des Zahns. Die Lücke wird dann meist mit einer Brücke oder einem Zahnimplantat geschlossen. Das ist aufwendiger und ersetzt den eigenen Zahn nicht vollständig. Deshalb lohnt sich der Erhaltungsversuch in vielen Fällen, aber nicht in allen: Ist ein Zahn zu stark zerstört, raten wir ehrlich davon ab.
Nach der Behandlung: Pflege und Krone
Leichte Beschwerden beim Kauen sind in den ersten Tagen normal und klingen meist von selbst ab. Sie können die Heilung unterstützen:
- bei Bedarf die Wange von aussen kühlen
- erst essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat, und die Seite zunächst schonen
- auf das Rauchen verzichten und mit reizenden Lebensmitteln vorsichtig sein
- die Zähne weiterhin gründlich putzen, auch rund um den behandelten Zahn
Nehmen die Schmerzen zu, schwillt die Wange an oder bleiben die Beschwerden länger als ein paar Tage bestehen, melden Sie sich bitte bei uns.
Ein wurzelbehandelter Zahn ist nicht mehr durchblutet und wird mit der Zeit spröder. Vor allem Backenzähne mit grossem Substanzverlust brauchen deshalb oft eine Zahnkrone, die den Zahn vor dem Brechen schützt. Ob das bei Ihnen nötig ist, besprechen wir nach der Behandlung.
So gehen wir in unserer Praxis vor
Zuerst untersuchen wir den Zahn und klären mit dem Röntgenbild, ob eine Wurzelbehandlung sinnvoll ist oder ob eine andere Lösung besser passt. Wir erklären Ihnen die Schritte, die Risiken und die Alternativen, bevor wir beginnen. Die Kosten hängen vom Zahn, der Zahl der Wurzelkanäle und dem Aufwand ab. Sie erhalten vorab einen Kostenvoranschlag. [PRÜFEN: Wer in der Praxis Wurzelbehandlungen durchführt]
Haben Sie Angst vor der Behandlung, sagen Sie es uns. Wir nehmen uns Zeit für ein Vorgespräch und beginnen erst, wenn Sie bereit sind. Auf Wunsch stehen angstlösende Möglichkeiten wie die Lachgassedierung zur Verfügung, und mit dem Quicksleeper-System ist die Betäubungsspritze kaum spürbar. [PRÜFEN: Verfügbarkeit bei Wurzelbehandlungen] Mehr dazu auf unserer Seite Angst vor dem Zahnarzt.
Häufige Fragen
Tut eine Wurzelbehandlung weh?
Während der Behandlung ist der Zahn örtlich betäubt, sodass Sie in der Regel nur Druck und Vibration spüren. Oft lindert die Behandlung sogar die Schmerzen, die der entzündete Nerv vorher verursacht hat. Ist die Umgebung stark entzündet, wirkt die Betäubung manchmal schwächer. Sagen Sie es uns dann, damit wir nachbetäuben können.
Wie lange hat man Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung?
Ein Druck- oder Aufbissschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt meist schrittweise nach. Gängige Schmerzmittel helfen in der Regel. Werden die Schmerzen stärker statt schwächer oder kommt eine Schwellung dazu, kontaktieren Sie uns. Bei einem Notfall erreichen Sie uns unter +41 77 480 94 45.
Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?
Das hängt vom Zahn und von der Entzündung ab. Frontzähne haben meist einen Kanal, Backenzähne mehrere. Manche Behandlungen sind in einer Sitzung abgeschlossen, bei stärkerer Entzündung sind mehrere Termine nötig, mit einer Medikamenteneinlage dazwischen.
Kann ich den Zahn nicht einfach ziehen lassen?
Das ist möglich, aber die Lücke sollte in der Regel geschlossen werden, damit sich die Nachbarzähne nicht verschieben. Brücke oder Implantat bedeuten mehr Aufwand als der Erhalt des eigenen Zahns. Wir zeigen Ihnen beide Wege und beraten Sie, was in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Hält ein wurzelbehandelter Zahn?
Gut versorgt und gepflegt kann ein wurzelbehandelter Zahn viele Jahre halten. Eine Garantie gibt es nicht. Wichtig sind ein dichter Verschluss, bei Bedarf eine Krone und regelmässige Kontrollen.
Haben Sie Zahnschmerzen oder Fragen zur Wurzelbehandlung? Vereinbaren Sie hier einen Termin in unserer Praxis in Küsnacht, wir beraten Sie gerne.
